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AEG MIS Ulm

Architekturwettbewerb

Projektbeschreibung

Städtebau

Das Baugrundstück liegt am südlichen Ende des Science Parks II und wird dort von der Albert-Einstein-Allee und im Westen von der Lise-Meitner-Straße begrenzt. Nördlich des Baugrundstücks sind noch nicht bebaute Flächen. Die Größe des Neubaus der AEG MIS und ihre funktionalen Zusammenhänge bedingen ohnehin eine großflächige Solitärstellung. Lediglich die Albert-Einstein-Allee gibt die Hauptrichtung der Neubauten vor und somit entsteht eine Parallelität zwischen dem AEG MIS – Neubau und der weiter östlich liegenden Fachhochschule. Die Lage der Neubauten ergibt sich aus den Funktionen, wobei die Lage des Verwaltungsgebäudes in der Verlängerung der Krümmung des Energon-Gebäudes liegt, wodurch es bereits von der Kreuzung Berliner Ring/Albert-Einstein-Allee markant sichtbar wird. Um auch am Ende der Lise-Meitner-Straße eine deutliche Raumkante zu bilden, wurde das Verwaltungsgebäude in Richtung Westen vorgeschoben. 

 

Erschließung

Die beiden Möglichkeiten der Erschließung – einmal in der Albert-Einstein-Allee, einmal von der Lise-Meitner-Straße – wurden eingehend untersucht mit folgendem Ergebnis:

  1. Eine Erschließung von der Albert-Einstein-Allee würde bedeuten dass a.) steilere Zufahrten erforderlich sind und b.) die Zufahrt genau dort erfolgen würde, wo die späteren Erweiterungsflächen angebaut würden. Dies würde bedeuten, dass Umstrukturierungen der Zufahrt und eine Umfahrung der Erweiterungsgebäude erforderlich wären.
  2. Die Zufahrt von der Lise-Meitner-Straße würde hier erhebliche Vorteile bieten, da die Erschließung ohne Änderung weiter funktionieren würde, auch wenn die Erweiterungen realisiert würden. Die Zufahrten würden zudem bedingt, durch die Topographie flacher und wären für die LKWs besser geeignet. Da lediglich zwei bis drei LKWs pro Tag als Anlieferungsverkehr erwartet werden, wäre die Zufahrt von der Lise-Meitner-Straße unproblematisch. 

 

Topographie

Da das Baugrundstück von Nordosten nach Südwesten um ca. 5 Meter abfällt, die Produktions-, Lager- und Andienungsflächen jedoch auf einer Ebene liegen sollen, wurde die Null-Ebene so gewählt, dass einerseits die Aushubmenge reduziert und andererseits die Menge von Auffüllungen optimiert wurden. Dies gelingt dadurch, dass das Untergeschoss des Verwaltungsgebäudes als freiliegendes Geschoss an seiner Süd- und Westseite hervortritt und die erforderliche Tiefgarage unterhalb des Front-End-Bereiches angeordnet ist, so dass hierdurch die vorhandene Topographie ausgenützt werden kann. Außerdem ist die Null-Ebene so gewählt, dass spätere Erweiterungen optimal ergänzt werden können. 

 

Bauabschnitte

Durch die modulare Bauweise der Produktions- und Lagerbereiche mit einheitlichem Grundraster können die späteren Erweiterungen ohne Störung des laufenden Betriebs realisiert werden und problemlos den späteren Anforderungen angepasst werden. Im Bereich der Zufahrt erfolgt eine saubere Trennung zwischen öffentlich zugänglichen Parkierungsbereichen und der eigentlichen Werkszufahrt, die entweder am Beginn der Front-End-Fertigung oder an dessen Ende durch Werkstore geschlossen werden kann. 

Gebäudestruktur

Der Hauptzugang erfolgt von der Westseite an der Lise-Meitner-Straße zwischen dem eigentlichen Verwaltungsgebäude und dem Front-End-Bereich. Als wichtiger Baustein ist ein Innenhof vorgesehen, der sich über die Ebene -1 und die Null-Ebene erstreckt und es die Möglichkeit gibt, einerseits die zwischen den Modulen liegenden Flurbereiche zu belichten und andererseits sich windgeschützt auch im Außenbereich aufzuhalten. Der Hauptzugang erfolgt über einen vorgelagerten, terrassig angelegten Außenbereich, um vom Niveau der Zufahrt zur Null-Ebene zu gelangen. Das Verwaltungsgebäude besticht durch seine klare, langgestreckte Form, wobei das 1., 2. und 3.Obergeschoss als auskragender Glaskörper ausgebildet wird. Die spätere Erweiterung im 4.Obergeschoss vervollständigt das Gebäude zu einer stimmigen Gesamtheit.

Um diese mögliche Erweiterung problemlos durchführen zu können, sind die entsprechenden vorbereitenden Maßnahmen bereits planerisch und baulich zu treffen. Die Gesamtanlage soll in einem stimmigen Kompromiss zwischen wirtschaftlicher Lösung und zeitloser, werthaltiger Fassadenoptik ausgebildet sein. Die Fugen zwischen den Produktionsbereichen erlauben Rundgänge und Einblicke in die einzelnen Abteilungen, ohne dass Besucher die Reinräume etc. betreten müssen. Zudem sind hierdurch immer Transport- und Verkehrsachsen frei verfügbar.