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Seidel Architekten City Bahnhof Ulm 8

City-Bahnhof Ulm

Städtebaulicher Ideenwettbewerb

Projektbeschreibung

Situation

Das gewisse Etwas der Situation "Ulmer Citybahnhof” ist seine 2-Gleisigkeit. D. h. er hat ostseitig (= Bahnhofplatz) eine direkte und fußgängerfreundliche Anbindung an die Ulmer City und das Münster. Andererseits hat er westseitig (= Schillerstraße) über den Blaubeurer Ring eine sehr kurze, zeitsparende (= analog neue ICE-Strecke Ulm-Stuttgart) und autofreundliche Anbindung an das Nah- und Fernverkehrsnetz. Beide Standortvorteile sollen jeweils betont und genutzt werden. 

 

Konzept

Durch eine Untertunnelung des Bahnhofvorplatzes für den Individualverkehr wird die Erreichbarkeit des Bahnhofes für Fußgänger ohne Querung stark frequentierter Verkehrsstraßen erreicht. Im Zuge der Neuplanung „Sedelhöfe” wird optional vorgeschlagen, die Keltergasse (zumindest auf Ebene 0) bis auf den Bahnhofplatz durchstechen zu lassen. Ziel: Eine Aufwertung der Einkaufslage „Sedelhöfe” und v. a. ein Impuls für die erhöhte Frequentierung und Aufwertung der nördlichen City. Der Bahnhofvorplatz reicht vom Bahnhof bis zu den östl. stehenden Gebäuden und ist autofrei. Keine Ulmer-Spatz-Lösung (= Straßenbahnhaltestelle quer vor dem Stadteingang). D. h. die Straßenbahn und Stadtbusse werden hinter/unter das hochgestellte Bahnhofgebäude geführt und liegen direkt neben Gleis 1. Um die Länge der Haltestelle zu reduzieren wird die Spur der Stadtbusse parallel gelegt.

Alle Verkehrsströme zum und vom Bahnhof sind unter einem Dach perfekt erreichbar. Fußgänger bleiben immer oberirdisch in Licht und Luft. Die Zufahrt von der Olgastraße zur Sedelhofgasse liegt falsch und wird im Zuge der Neuordnung durch die Zufahrt über die Wengengasse/Keltergasse ersetzt. Dadurch funktionieren die Straßenrampen und TG-Zufahrten. Die Überbauung der Gleiskörper ist preislich günstiger pro Flächeneinheit als eine Unterbauung. (Faktor 2 – 2,5). Eine Verbindung auf Ebene + 1 bietet die einmalige Chance die Trennung von Kern- und Weststadt zu überwinden (= Brücke). Der autofreie Bahnhofvorplatz bekommt eine Qualität, die mit ebenerdig fließendem Verkehr unerreichbar wäre.

 

Städtebau

Das Intercity-Hotel wird durch einen Neubau ersetzt, der deutlich größer ausfallen kann und im nördlichen Anschluss an den Bahnhof seinen Platz findet. Das Hotel bildet gleichzeitig die nördliche Platzkante. Die Überbauung des Busbahnhofes schließt eine städtebauliche Lücke und gibt dem Bahnhofvorplatz einen südlichen Abschluss. Durch die Gebäudestaffelung entlang der nördlichen Olgastraße wird der Blick (-Dialog) auf das Theater freier und die Wegeführung dorthin deutlich aufgewertet. Ein Grünzug" leitet vom Bahnhof in das Theaterquartier. Um das Theater wird für die angrenzenden Quartiere eine Parkanlage angelegt. Entlang der Schillerstraße ist ein durchgehender Grünzug geplant. Die geplante Tiefgarage unterbricht den Grünzug nicht.

 

Bahnhof

Durch die horizontal gestaffelte Halle zur Stadt und des Bahnhofvorplatzes wird ein städtebaulich markantes Zeichen gesetzt. Die peripheren Nutzungen von Bahnhofhalle und Überbauung der Gleise schafft eine hohe Aufenthaltsqualität. Durch die Ordnung und Zusammenlegung von Bahn, Straßenbahn und Stadtbus entstehen extrem kurze Wege. Die Fußgänger gelangen ohne die Querung von Individual-, Straßenbahn- und Busverkehr über den Platz und in den Bahnhof.

 

Nutzungen/Funktion 

 

In direkter Nachbarschaft zum Bahnhof nach Norden ein neues Intercity-Hotel, das deutlich größer als der Bestand ausfallen kann. Das Baufeld zwischen Olgastraße, Zeitblomstraße wird gewerblich genutzt und kann durch Wohnbebauung ergänzt werden. Zwischen Zeitblomstraße und Ludwig-Erhard-Brücke entsteht ein Wohnquartier. Über dem Busbahnhof werden Büro- und Verwaltungsräume geschaffen. In dem Baufenster „Schillerrampe" werden gemischte Büro- und Wohnnutzungen Platz finden. Die Hauptachse der „Brücke" verbindet optimal die Einmündung der Bahnhofstraße mit der Schillerstraße. Der zweite Zugang in der Verlängerung der Olgastraße führt die „Schülerströme" zu den Gleisen. Eine Brückenbebauung überspannt die Gleise und bietet eine große Mietfläche für Geschäfte, Dienstleistungen etc.