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Seidel Architekten U3-Stadt-Ulm 9

Kindertagesstätte U3 für die Stadt Ulm

Architekturwettbewerb

Projektbeschreibung

Konzept

Das Grundkonzept ist mittels eines vorgefertigten modularen Systems möglichst flexibel die geforderten Grundrisse innerhalb kurzer Bauzeit als qualitativ und architektonisch hochwertige Gebäude zu realisieren. Das geplante Konzept vermittelt eine kindgerechte, freundliche und „heimelige" Atmosphäre. Es ist flexibel in seiner Nutzung, jedoch klar in seiner Architektursprache. Es werden ausschließlich nachhaltige Materialien verwendet. Die Wandverkleidungen innen wie außen sind flexibel gestaltbar.

  • Innenwände: Holz sichtbar, Gipskarton
  • Fassade: verschiedene Holzarten horizontal oder vertikal, Putz, Fassadenplatten

Auch die Dachformen sind auf die jeweiligen Grundstücke individuell anpassbar. Die Schlafräume sind weitgehend geschlossen gehalten sowie durch eine Vorsatzschale zum Sanitärbereich schalltechnisch abgetrennt, um ungestörten Schlaf zu ermöglichen. Die Aufenthaltsräume der Gruppen sowie die Mehrzweckräume sind großflächig verglast, um eine hohe Aufenthaltsqualität und den Bezug zur Natur zu erreichen. Diese sind ebenerdig und haben einen direkten Zugang zum Außenspielbereich. Zusätzlich gibt es eine überdachte Terrasse mit seitlichen Regalen, die zur Aufbewahrung der Spielgeräte dienen.

Diese Überdachung in Form eines Bügels geht in eine Sitzbank über und bietet den Kindern eine zusätzliche habtische Erfahrungsebene. Sitzkastenfenster in den Aufenthaltsräumen können farblich individuell gestaltet werden, um ein differenziertes Raumerleben zu fördern. Diese sind von innen sowie von außen zugänglich. Der Eingangsbereich wird ebenfalls durch einen Bügel gefasst und somit an der Fassade deutlich ablesbar. Diese optionalen Gestaltungselemente sind in Material, Form und Farbe frei wählbar und lassen die Gebäude architektonisch individuell erscheinen. Sie bewirken Wiedererkennung, wecken die Neugier und fördern die Agilität der Kinder. Kalkulatorisch sind diese Elemente bereits berücksichtigt und die Fassaden sind mit einer vertikaler Holzlattung angeboten.

 

Vorteile der industriellen Fertigung von Raumsystemen

Die Systemproduktion im Werk ermöglicht eine extrem hohe Ausführungsqualität. Auf der Fertigungsstraße im Werk wird jeder Fehler sofort bemerkt. Die Kommunikationswege der Handwerker sind extrem kurz. Außerdem wird der Baufortschritt zu keiner Zeit vom Wetter beeinträchtigt. Sämtliche Installationen können im Trockenen ausgeführt werden. Auch Passivhaus-Standard kann bei der Serienfertigung problemlos umgesetzt werden, ein angenehmes Raumklima ist garantiert. Die Transporte werden auf ein Minimum reduziert, was die Umwelt entlastet. Vor Ort müssen nur mehr geringe Modifikationen vorgenommen werden. Die einzelnen Systeme sind in sich abgeschlossen und werden dadurch auch nicht mehr nachträglich verschmutzt oder beschädigt. Je nach Typ können zwischen 10 – 14 Module täglich montiert werden. 

An der 70 Meter langen Fertigungsstraße sind bis zu 15 verschiedene Handwerkerfirmen – vom Zimmerer über Installateur und Elektriker bis hin zum Maler – beschäftigt. Jedes Modul passiert insgesamt 15 Stationen, bevor es von der Qualitätskontrolle freigegeben, verschlossen und wetterfest verpackt im Freien für den Abtransport bereitgestellt wird. Die einzelnen Systeme werden in der Werkhalle bis ins Detail komplettiert. Als tragendes System der Räume dienen kreuzlagen-verleimte Lamellen (Brettsperrholz). Durch das optimierte Stapeln der Module können hervorragende bauphysikalische Werte erreicht werden. Die Fassaden sind variabel gestaltbar und unabhängig von der Modulproduktion. 

 

Raumakustik, Schallschutz und Ökologie

Die Planung der Bauteilaufbauten sowie der Raumoberflächen berücksichtigt die besonderen Anforderungen durch die Nutzung der Räume als Kindertagesstätten. Der Schallschutz und die Raumakustik erfüllen dabei nicht nur die Anforderungen der DIN 4109 und der DIN 18041 sondern orientieren sich in erster Linie an den Hinweisen des Leitfadens „Lärmschutz für kleine Ohren“. Bei der Materialwahl wird insbesondere auf den Einsatz ökologischer und lösemittelfreier Baustoffe geachtet.