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Seidel Architekten Lessing-Gymnasium in Neu-Ulm 8

Lessing-Gymnasium in Neu-Ulm

Generalsanierung mit Erweiterung

Projektbeschreibung

Städtebau und Konzept

Der Bestand gibt die Grundstruktur des Gesamtkomplexes vor. Jedoch kann durch die Entwurfsidee eine klare und zeitgemäße – städtebaulich auch nachvollziehbare – Neustrukturierung erreicht werden.
Nach eingehender Prüfung entschlossen wir uns zu keinem freistehenden Neubau, da wertvolle Grundstücksflächen hätten geopfert werden müssen und Leerflächen im Bestand entstanden wären. Eine vorsichtige Lösung mit Teilabbrüchen und Ergänzungen durch Anbauten ergab die Chance das pädagogische Konzept wunschgemäß umzusetzen und zudem alle Bestandsflächen sinnvoll zu nutzen.
Die Neugestaltung des gesamten Komplexes ergibt eine einheitliche Architektursprache und bildet neue Räume im Außenbereich. Die nördlichen Anbauten ergeben, dass bisherige Außenwände zu Innenwänden werden und dadurch der Aufwand der energetischen Sanierung reduziert wird. Durch die – soweit als möglich – kompakte Form wird der Entwurf seiner Funktion als Passivhaus gerecht.

 

Außenbereiche

Die östliche Grünfläche kann für sportliche Nutzung weitgehend erhalten bleiben. Der innere Schulhof bekommt eine neue Form und klare räumliche Struktur. Er ist nun bei gleicher Grundfläche teilweise gedeckt. Der nord-östliche Neubau/Anbau wird unterkellert und kann dadurch mit geringem Mehraufwand als TG ausgebildet werden. Es wird eine neue Zufahrt zur Tiefgarage vorgesehen. Die separate Erschließung des Hörsaals ist gegeben.

 

Innenbereiche

Das pädagogische Konzept mit als Gruppen um einen „Marktplatz" angeordneten Klassenräumen wird vollständig umgesetzt. Diesem wichtigsten Entwurfsgrundsatz ordnen sich alle weiteren Detaillösungen unter. Die „Marktplätze" sind als „Landschaften" mit verschiedenen Ebenen gestaltet und verfügen jeweils über eigene Garderoben. Es ist geplant, dass die Naturwissenschaften auf einem Geschoss „kleeblattartig" untergebracht sind und nicht in einem Gebäudeteil übereinander. Die Verwaltungs- und Lehrerbereiche sind zentral im 1.OG angeordnet, was „kurze Wege" ergibt. „Lichtfugen" in allen Anbau- und Neubauteilen ergeben die notwendige Helligkeit im Inneren und erhöhen die Transparenz auch zwischen den Geschossen.
Es wurde darauf geachtet die Altersstufen zusammenzufassen: Klassen 5 – 7 im nord-östlichen Neubau übereinander, Klassen 8 + 9 im südlichen Flügel übereinander, die Klasse 10 im Zentrum und die Klassen 11 + 12 im nord-westlichen Flügel.

 

Fassade

Da der Gesamtbestand ohnehin generalsaniert werden muss, ergibt sich die Chance eine zeitgemäße und zukunftorientierte Architektursprache zu realisieren, wobei die tragende Struktur des Bestandes erhalten werden kann. Dies bedeutet, dass eine wirtschaftlich und ablauftechnisch optimale Abwicklung des Vorhabens möglich sein wird, wobei auf geringe Unterhaltskosten geachtet wurde. Vor die bestehende Tragstruktur wird eine wartungsarme Pfosten-Riegel-Fassade gesetzt. Erhöhte solare Gewinne sind sichergestellt. Geschlossene Bereiche sind als hinterlüftete Metallfassade geplant. Der vorgesehene Sonnenschutz aus drehbaren (astartig nicht geschlossenen) Metallelementen wird das hervorstechende Gestaltungsmerkmal der Anlage sein und die Gebäudewirkung über den Tagesverlauf je nach Sonnenstand laufend verändern. Diese wirtschaftlich und funktional sehr gut vertretbaren Lösungen sind unempfindlich.