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Seidel Architekten Logistikzentrum Osnabrück 6

Logistikzentrum Osnabrück

Architekturwettbewerb

Projektbeschreibung

Städtebau | Konzept

Das Wettbewerbsgrundstück befindet sich am südlichen Rand der Stadt Bersenbrück. Das dreieckige Grundstück wird im Norden durch die Wohnbebauung der Stadt, im Westen durch die Bahntrasse und im Osten durch die Bramscher Straße gefasst. Maßgebend für die Anordnung und Ausrichtung der Bauvolumina sind die Form des Grundstückes sowie die Ausrichtung der Gebäude der angrenzenden Stadt.
Der Gebäudekomplex setzt sich „U-förmig" aus drei Teilen, mit unterschiedlicher Höhenstaffelung zusammen. 

Die 1-geschossigen Werk- und Fahrzeughallen sind im Westen, parallel zur Bahntrasse angeordnet. In einem 2-geschossigen, orthogonal zu den Werkhallen angeordneten Gebäudeteil, befinden sich die Fahrzeugwerksatt und weitere Fahrzeughallen sowie die Technik und Umkleiden. An der Bramscher Straße ist das 3-geschossige Gebäude, welches hauptsächlich Funktionen der Verwaltung beheimatet, geplant. Die Höhenstaffelung erfolgt von West nach Ost. Die einzelnen Baukörper sind so zueinander angeordnet, dass sich definierte Außenbereiche bilden und die Funktionsbereiche klar ablesbar sind. 

 

Außenbereich

Das Grundstück wird über drei Zufahrten erschlossen. Die neue Zufahrt für Besucher und Angestellte des Verwaltungsgebäudes befindet sich im Norden, an der neuen Zugangsstraße im Bereich des Kreisels.
Eine weitere Zufahrt befindet sich in der Mitte des Grundstückes. Sie führt in das Zentrum des Komplexes. Diese Zufahrt ist so dimensioniert, dass im Seuchenfall eine getrennte Erschließung der reinen und unreinen Bereiche, ohne Kreuzung möglich ist. Die 3. Zufahrt befindet sich im Süden des Grundstückes. Sie führt direkt zur Salzhalle, um die Wege zum Be- und Entladen kurz zu halten. Die einzelnen Hofflächen werden von großzügigen Grünflächen gefasst. Der Löschwasserteich befindet sich im Norden und grenzt an den Übungshof der Feuerwehr. Im Westen, hinter den Hallen befinden sich die Lagerflächen, um kurze Wege zu ermöglichen. Eine mögliche Erweiterungsfläche befindet sich im Süden.

 

Innenbereich

Das Verwaltungsgebäude wird über eine großzügige Treppe erschlossen. Diese führt in das Foyer, in dem sich die Information sowie die Zulassungsstelle befinden. Ebenfalls im Erdgeschoss befinden sich die Anhängerhallen und die Waschhalle. Im 1.Obergeschoss liegen die Ausbildungsräume der Feuerwehr. Dem Schulungsraum vorgelagert ist ein Aufenthaltsbereich mit Teeküche und Garderobe. Im 2.Obergeschoss sind Büroräume der FD 10 und KSM geplant. Im „Verbindungskörper" sind die Fahrzeughalle der Feuerwehr und die Fahrzeugwerkstatt im Erdgeschoss angesiedelt. 

Darüber sind die Umkleiden und die Technik angeordnet. Im Seuchenfall ist eine komplette Trennung der reinen und unreinen Bereiche möglich. Aus diesem Grund wurde ein weiteres Treppenhaus eingeplant, welche die Waschhalle mit den Umkleiden verbindet. Der Umkleidebereich ist auch mit der Halle der KSM verbunden, um kurze Wege zu gewährleisten. Im westlichen „Hallenriegel" sind die Hallen, Lager und Werkstätten der KSM sowie Räume der Feuerwehr geplant. Dort befindet sich auch der Schlauchturm, welcher als Übungsturm ausgebildet ist.   

 

Fassade

Das Hauptgebäude, das 1.Obergeschoss des „Verbindungsgebäudes" sowie der Schlauchturm sind mit einer Putzfassade vorgesehen. Alle übrigen Gebäudeteile sind mit einer schlichten Metallfassade geplant. Der Verwaltungsbau präsentiert sich mit einer spannungsreichen Fassade zum öffentlichen Raum hin. Dies wird durch lange Fensterbänder, im Zusammenspiel mit einer mäandrierenden Brüstung bzw. Attika erreicht. Die übrigen Bauteile zeigen sich ihrer Funktion angemessen zurückhaltend. Die drei  Baukörper sind durch Glasfugen voneinander getrennt.

 

Energiekonzept

Die haustechnische Planung sieht vor, dass alle Technikflächen zentral im 1.Obergeschoss untergebracht werden können. Zentrale Lüftungsgeräte mit hohen Wärmerückgewinnungsgraden auf den Dachflächen bereiten die Zuluft auf. Die verbrauchte – jedoch energiereiche – Luft wird über denselben Weg der Wärmerückgewinnung im Zentralgerät zurückgeführt. Die Rückwärmezahl sorgt für eine Rückführung von ca. 75 bis 80% der in der Abluft enthaltenen Energie (Wärme). Optional können weitere Lüftungsgeräte dezentral auf die großzügigen Dachflächen montiert werden. Die Heizung und Kühlung erfolgt über eine Betonkernaktivierung.

Mit niedrigen Systemtemperaturen lassen sich sämtliche Energieerzeuger wirkungsvoll betreiben – zudem kann die installierte Leistung (Wärmeerzeuger/Kälteerzeuger bzw. passive Kühlstation) bedingt durch die Speichermasse Beton deutlich reduziert werden. Eine stationäre Netzersatzanlage wird im Technikraum vorgesehen, um die erforderlichen Funktionsbereiche im Feuerwehrhaus elektrisch versorgen zu können. Dies ist wichtig, dass die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr auch im Stromausfall dauerhaft gewährleistet ist. Die Dachflächen auf den Gebäuden eignen sich zur Aufstellung einer Photovoltaikanlage zur Erzeugung von Strom – dieser wird zum Großteil selbst genutzt werden. Sämtliche Dachflächen sind extensiv begrünt. Das anfallende Regenwasser wird gesammelt und einer Zisterne zur Bewässerung der Grünflächen sowie ggf. zur Grauwassernutzung zugeführt.