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Seidel Architekten Gutachterverfahren Jungingen 5

Gutachterverfahren Jungingen

Projektbeschreibung

Erläuterungen zur Entwurfsidee

Städtebau

Das neu zu beplanende Grundstück liegt mitten in Ulm-Jungingen. Die umliegende Bebauung steht giebel- und traufständig zur Ehmannstraße. Städtebaulicher Hochpunkt bildet die evangelische Kirche, südlich der Ehmannstraße. Die neu geplanten Gebäude sind wie schon das bestehende Volksbankgebäude von der Straße zurückgesetzt und verlassen die städtebauliche Straßenkante. Dies ist der Forderung nach Parkplätzen entlang der Ehmannstraße sowie der Nutzung der Wohnungen geschuldet. Die Baukörper wurden als klare, einfache Baukörper mit Satteldach ausgestaltet. Die Baukörper nehmen die Körnung der Umgebung auf und orientieren sich wie diese ebenfalls trauf- und giebelständig zur Straße hin. Das Ensemble besteht aus drei gleichgroßen und einem „Langhaus". Diese fasst das Grundstück (Gebäude und Außenanlagen) im Norden. Durch die Anordnung der Gebäude entstehen öffentliche und private Außenbereich und Plätze. Die Wohn- und Außenbereiche orientieren sich nach Süden und Westen. Die Neubauten sind mit 3 Vollgeschossen (EG, OG, DG) und einem Satteldach (48°) geplant.

 

Außenbereiche

Der Außenbereich gliedert sich in private Flächen und öffentlich Plätze. Auftakt bildet ein kleiner „Kirchplatz" im Süden. Dieser liegt gegenüber der Kirche. Hier sind auch eine Verkehrsberuhigung und ein sicherer Übergang gedacht. Dadurch wir auch das Neubaugebiet "Unter dem Hart" an die Kindergärten und Schule angeschlossen. Im weiteren Verlauf befinden sich die öffentlichen Parkplätze. Im westlichen Teil sind die privaten, oberirdischen Parkplätze geplant. Das Ensemble wird durch Fußwege erschlossen, welche zu den Plätzen und Eingängen führen. Im Zentrum befindet ein großer Platz zum „Treffen und Reden" – das Herz des Quartiers. Im Osten ist ein Spielplatz für die Bewohner geplant. Alle Gebäude sind von privaten Grünzonen umschlossen. Hier sind an den Eingangsseiten auch die Zisternen für die Entwässerung angedacht. Die Flächen des Gemeinbedarf (Kindergarten und Erweiterungsfläche) werden ebenfalls von Fußwegen erschlossen. Das Quartier kann von allen Seiten begangen werden.

  

Erschließung

Die Eingänge der Neubauten befinden sich im Norden und Osten. Die Organisation der Gebäude ist gleich aufgebaut. Direkt an den Eingängen ist das Treppenhaus mit Aufzug und Versorgungschacht angeordnet. Von dort werden die Wohnungen direkt und auf kurzem Wege erschlossen. Durch die Lagen der Treppenhäuser an der Außenfassade, sind diese hell und freundlich. Die Tiefgarage ist ebenfalls durch die Treppenhäuser mit jedem Gebäude verbunden. Die Tiefgaragenabfahrt befindet sich im Westen des Grundstückes. 

 

Innenbereiche 

In allen Geschossen sind Wohneinheiten geplant. Die erdgeschossigen Wohnungen erhalten einen Gartenteil, die Wohnungen in den Obergeschossen sind mit Loggien geplant. Die Dachgeschosswohnungen sind als Maisonettewohnungen gestaltet. In den drei kurzen Baukörpern (25m x 12m) finden pro Geschoss 2 – 3 Einheiten Platz. Im „Langhaus" (38,5m x 12m) ist Platz für vier Einheiten. Die Anzahl der Zimmer reicht von 1-Zimmerwohnungen bis zu 6-Zimmerwohnungen (31m² bis 154m²). Die Wohnungen wurden so konzipiert, dass sich die Wohnbereiche, Terrassen und Loggien nach Süden und Westen orientieren. Die Schlafräume orientieren sich nach Osten und Norden. Es wurde darauf geachtet, dass die Randwohnungen außenliegende Bäder und Küchen erhalten.

 

Fassade | Materialität

Die Fassaden wurden als ruhige, dem Ort angemessene Lochfassade ausgestaltet. Sie interpretieren das klassische schwäbische „Dorfhaus" mit einfachen, regelmäßig angeordneten Fenstern und großen Putzflächen neu. Dadurch gliedert es sich unspektakulär aber sehr kraftvoll in den dörflichen Kontext ein. Die Öffnungen sind klar übereinander angeordnet. Einziges Spiel sind die sich nach hinten sanft einschneidenden Fensterleibungen. Hierdurch erscheinen die Öffnungen größer und es entsteht ein spannendes Schattenspiel. Die Leibungen sind im Gegensatz zu der feinen, weißen Putzfassade in einer grobkörnigeren, braunen Putzfassade. Die Dächer sind mit einem geringen Dachüberstand ausgebildet. In diese schneiden die Loggien der Dachgeschosse ein und bilden geschützte Außenräume. Die Belichtung der oberen Räume erfolgt über Dachflächenfenster.