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Seidel Architekten Feuerwehr Kaufbeuren 2

Erweiterung und Sanierung Feuerwehrgerätehaus Kaufbeuren

Anerkennungspreis

Projektbeschreibung


Städtebauliche Leitideen

Die städtebauliche Situation zeichnet sich durch ein sehr heterogenes Umfeld aus. Ein Erhalt der bestehenden Fahrzeughallen würde diese kritischen Verhältnisse auf Jahrzehnte zementieren. Dies erschien uns als falscher Weg. An diesem Standort ist die Körnung des Umfeldes mit der eines Feuerwehrgebäudes im Grunde nicht vereinbar. Wenn man diesen Standort dennoch erhalten will, sind Kompromisse unumgänglich.

Daher empfehlen wir grundsätzlich eine weitgehende Neubebauung als 2-geschossige Straßenrandbebauung, um das Straßenbild zu strukturieren und eine Adresse zu schaffen. Das bestehende Bürohaus wird seines Dachgeschosses beraubt und in die Neubebauung integriert. Der bestehende Schlauchturm ist immer am falschen Fleck und muss weichen. Der "Neue" wird zum städtebaulichen Element, also adressbildend. Nutzräume, Fahrzeughalle, Waschhalle und Werkstatt werden abschnittsweise so im Zusammenspiel mit den jeweiligen Teilabbrüchen errichtet, dass die gewünschten Funktionen sichergestellt sind.

 

Entwurfsidee

Die weitgehende Neubebauung bringt optimale Ausnutzung des Grundstücks bei klarer funktionaler Gliederung der Bauabschnitte und deren Auswirkungen auf die Benutzbarkeit der Anlage während der Bauzeit. Der alte Schlauchturm wird ersetzt, was weniger teuer ist als sein Erhalt mit allen negativen Folgen. Alle Funktionen können so optimiert werden, die internen Abläufe funktionieren ohne gegenseitige Störungen. Dies betrifft auch und vor allem den Feuerwehrbetrieb während der Bauzeit. Das bestehende Bürohaus wird vom UG bis 1.OG erhalten, umgenutzt und integriert. Alle weiteren Bestandsgebäude werden abgebrochen.

 

Erschließung

Die Parkplätze werden so angeordnet, dass keine Kollision der Verkehrswege beim Ausrücken der Feuerwehr entsteht. Ein- und Ausfahrt im Einbahnverkehr. Die Fahrzeughallen sind trotz des im Grunde schwierig geschnittenen Grundstücks bestmöglich situiert und optimal nutzbar. Ein neuer Haupteingang wird an die Neugablonzer Straße geschaffen.

 

Funktionalität

Die statisch wirksame Konstruktion ist sehr wirtschaftlich und ermöglicht eine optimale Nutzung.
EG: L-förmiges Gebäude, in einem Flügel die Fahrzeughalle mit drei Durchfahrten, im anderen Werkstätten und Waschhalle. Die Umkleiden sind dem Alarmeingang zugeordnet. Anlieferung Atemschutz und Schutzausrüstung befinden sich auf der Seite der Einfahrt, von außen andienbar. Schlauchturm mit Treppenhaus und Anleiterplatz.

1.OG: Im Ostteil auf Geschosshöhe des Bestandes die Technikflächen, Jugend und Büros im Westteil des Gebäudes.

2.OG : Anordnung der Einsatzzentrale mit Blick auf den Betriebshof und die Ausfahrt, Dachterrasse, Schulungsraum mit Verbindung zur Küche, Büros im Ostteil.

UG: Die bestehende Atemschutzstrecke bleibt erhalten. Der bestehende Katastrophenschutz wird während der Bauphase im Dachgeschoss des Bestandshauses untergebracht.

 

Fassade

Das Gebäude zeichnet sich trotz seiner Staffelung durch eine kompakte Gesamtform aus, unterstützt durch eine klar strukturierte, aber dennoch spannungsreiche Fassade. Eine Verkleidung mit Rippenstreckmetall umschließt alle Gebäudeteile und vereint Neubau und Bestand. Es entsteht ein homogener skulpturaler Baukörper. Die Fenster der Nebenräume bzw. Funktionsräume verschwinden hinter der Metallhaut.

 

Konstruktives Konzept

Das konstruktive Konzept kann dem Fassadenschnitt entnommen werden. Durch Gebäudeform und – Abmessungen ist eine sehr wirtschaftliche Gesamtlösung machbar. Ein Stahlbetonskelett mit Flachdecken und aussteifenden Wandelementen bildet die Rohbaukonstruktion. Alle Zwischenwände sind nichttragend und somit leicht veränderbar. Die Summierung der Rauminhalte ergibt Gesamtkosten, die im Bereich des vorgegebenen Rahmens liegen werden.

 

Materialität

Metallgitter als Vorhangfassade, Pfosten-Riegel-Verglasung in Eingangsbereich und Gebäudefugen.

 

Freiraumkonzept

Mit einer einheitlichen Gestaltungskonzeption und Materialwahl werden die Erschließungsflächen, der Haupteingang zum Neubau, die Parkflächen und der Betriebshof mit Übungsfläche neu gestaltet. Die Überfahrrechte können ggf. ebenfalls genutzt werden. Oberflächenwasser der befestigten Flächen könnte in Zisterne gesammelt und für die Fahrzeugwäsche genutzt werden.